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Pressemeldung - WJD

07.08.2018 - KI: Wunderwaffe gegen Fachkräftemangel

Gerade für mittelständische Unternehmen bietet Künstliche Intelligenz große Potenziale. Wenn die richtigen Weichen gestellt werden - schreibt Jungunternehmerin Kristine Lütke.

Autonome Kampfroboter, kriminelle Hacker, gezielte Destabilisierung – in der Debatte um Künstliche Intelligenz (KI) fühlt man sich schnell an das Set eines Schwarzenegger-Films versetzt. Elon Musk hält KI gar potenziell gefährlicher als die Atombombe. Fakt ist: Jede Technologie kann missbraucht werden. Wir sollten KI aber nicht nur als potenzielle Gefahr diskutieren, sondern als Technologie, die große wirtschaftliche Potenziale bietet. KI ist dabei nicht nur ein Thema für die großen Digitalkonzerne. Gerade der Mittelstand kann davon enorm profitieren.



Große Wertschöpfungspotenziale im Mittelstand

Die Vorteile von KI für Unternehmen liegen auf der Hand: Die smarte Analyse und Verknüpfung riesiger Datenmengen schafft bessere Entscheidungsgrundlagen, optimiert Geschäftsprozesse und eröffnet neue Wachstumsfelder. Davon profitieren nicht nur Konzerne, sondern auch Mittelständler. Die genauere Verkaufsprognose hilft dem Bäcker dabei, Kosten zu minimieren. Die visuelle Fehlererkennung in der Produktion reduziert den Ausschuss beim mittelständischen Automobilzulieferer. Künstliche Intelligenz hilft auch im Kampf gegen den Fachkräftemangel – ein Aspekt, der bisher in der Debatte noch unterbelichtet ist.



Wunderwaffe gegen Fachkräftemangel

Als Pflegeunternehmerin in Bayern weiß ich nur zu gut, wie ein leergefegter Arbeitsmarkt aussieht. Die Pflege ist ein sehr erfüllender, aber auch fordernder Job. Ein halbes Jahr dauert es im Durchschnitt, eine vakante Stelle in der Altenpflege nachzubesetzen. KI-basierte Assistenzroboter, die Gegenstände reichen, Essen ausfahren oder Patienten mühelos vom Bett in einen Rollstuhl heben, können Pflegekräfte in ihrer Arbeit unterstützen. Es gibt bereits intelligente Sensorpflaster, die erkennen, wenn Patienten drohen, wundzuliegen oder sensorische Fußböden, die Stürze melden. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz gelten häufig als Jobkiller, doch gerade der Pflegebereich macht deutlich, wie die Beschäftigten von neuen Technologien profitieren können: Intelligente Assistenzsysteme erledigen Routineaufgaben und unterstützen die Arbeit, sodass mehr Zeit für kreative Aufgaben und das Zwischenmenschliche, die Arbeit am und mit dem Bewohner bleibt.



Deutschland darf den Anschluss nicht verlieren

KI ist im Begriff, unsere Wirtschaft massiv umzukrempeln. Wichtig ist, dass die Debatte nun aus den Tech-Foren in die gesellschaftliche Mitte gerückt ist. Dazu hat auch das kürzlich von der Bundesregierung veröffentlichte Eckpunkte-Papier zu einer KI-Strategie beigetragen. Die USA und China investieren bereits massiv in diese Zukunftstechnologie. Deutschland muss hier nachlegen, um international nicht den Anschluss zu verlieren. Ganz konkret braucht es eine intelligente Technologiepolitik, Anreize zur Vernetzung und eine langfristige Fachkräfte-Strategie. Deutsche Mittelständler haben nicht die Entwicklungsbudgets der Digitalgiganten. Sie verfügen auch nicht über die riesigen Datenmengen, die nötig sind, um Künstliche Intelligenz zu trainieren. Dafür hüten sie einen anderen Schatz: Smarte Produktionsdaten. Die Bundesregierung sollte Anreize dafür schaffen, dass sich Mittelständler in KI-Netzwerken zusammentun, um ihre Daten und Ressourcen zu bündeln. Wenn Unternehmen ihre Maschinen und Produkte an Plattformen anbinden, ergeben sich aus der Kombination der Daten ganz neue Zusammenhänge. Gleichzeitig muss die Politik massiv in die KI-Forschung investieren. Die aktuell vorgesehenen 300 Millionen Euro an Fördergeldern wirken angesichts des zweistelligen Milliardenbetrags, den allein Google jährlich in die KI-Forschung steckt, eher wie Peanuts. Eine zusätzliche steuerliche Förderung von forschenden Unternehmen würde gerade im Mittelstand Anreize für Innovationen schaffen. Denn für kleine und mittlere Unternehmen ist es oft zu kompliziert, an Projektfördermittel zu kommen.



Ohne Fachkräfte keine KI-Nation

Doch selbst wenn in Deutschland Milliarden in die KI-Forschung flössen, fehlte es aktuell noch an Fachkräften, die für den Wissenstransfer in die Wirtschaft sorgen. Es ist ein jahrelanges Mantra, das leider immer noch wiederholt werden muss: Wenn wir es nicht schaffen, unser Bildungssystem fit für das digitale Zeitalter zu machen, klappt es auch nicht mit der Digitalisierung. Das gilt nicht nur für Schule und Uni, sondern gerade auch für Beschäftigte in der Mitte des Berufslebens. Lebenslanges Lernen ist hier das Credo.

Gelingen es uns jetzt die entscheidenden Weichenstellungen, können wir mithilfe Künstlicher Intelligenz unsere Wirtschaft transformieren und langfristig den Wohlstand in unserem Land sichern. Denn in KI liegt die Zukunft der Wertschöpfung.



Der Artikel ist bei Capital erschienen.

Kristine Luetke
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Kontakt: Sandra Koch

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